Trigeminusneuralgie

Trigeminusneuralgie

Erklärung

Die Bezeichnung Trigeminusnerv beschreibt einen Gesichtsnerv, der seinen Namen durch seine Verästelung in den Augenast, den Oberkieferast und den Unterkieferast erhalten hat. Die Erkrankung Trigeminusneuralgie bezeichnet sehr starke Schmerzen, die in dem Gebiet der drei Verästelungen auftreten. Ein Betroffener kann diese Schmerzen auch als die stärksten Schmerzen bezeichnen, die man sich vorstellen kann. Sie kommen sehr plötzlich und immer nur auf einer Seite. Frauen sind von der Erkrankung anderthalbmal so oft betroffen, wie Männer. Die Erkrankung kann in verschiedene Formen eingeteilt werden.

Syndrom

Die idiopathische Trigeminusneuralgie, von der man nicht weiß, woher sie kommt, wird in der letzten Zeit immer häufiger mit einer Störung der anatomischen Verbindung in Zusammenhang gebracht. Verbindungen zwischen Teilen von Nerven und Hirngefäßen, die so nicht vorkommen sollen, werden durch aus dem Herzen kommendes Blut irritiert. Dies kommt als arterielles Blut mit einer Herzschlagwelle und klopft in der Nähe des direkt daneben liegenden Nervs. Dieser fühlt sich dadurch irritiert und reagiert mit Schmerzen. Eine vereinfachte Erklärung, die durchaus Sinn machen könnte, weil sich die Hinweise darauf mehren.

Eine symptomatische Trigeminusneuralgie kann von einer Herpes-Erkrankung, nach Schädelbasisfrakturen, am häufigsten aber bei Multipler Sklerose vorkommen. Bis heute ist jedoch unklar, warum eine Trigeminusneuralgie – aus welchem Grund sie auch entstanden ist – fast immer auf der rechten Seite auftritt. Als Auslöser des Gesichtsschmerzes kann Kauen, Sprechen, ein Luftzug, kalte Speisen und Getränke oder eine Berührung der entsprechenden Hautpartien ausreichen.

Diagnostik

Durch die Messung einer Nervenleitgeschwindigkeit mit einer so genannten Trigeminus-SEP kann die Diagnose gestellt werden. Zusätzlich wird auch eine Kernspinuntersuchung durchgeführt oder eine Untersuchung des Nervenwassers vorgenommen. Um ganz genau ausschließen zu können, ist eine HNO– und zahnärztliche Untersuchung unbedingt notwendig. Auf jeden Fall sollte der Betroffene sich in die Hände eines erfahrenen Nervenarztes begeben.

Behandlung

Die medikamentöse Behandlung steht im Vordergrund. Dabei werden vor allem hochwirksame Schmerzmittel verabreicht. Weitere Medikamente aus der Behandlung von Epilepsie und Depressionen können ebenfalls helfen. Wenn nicht, können auch Injektionen zur Blockade mit einem schmerzstillenden Lokalanästhetikum verabreicht werden.

Verlauf

Bis man eine wirksame Therapie gefunden hat, kann der Verlauf sehr unterschiedlich sein. Von mehrfach täglich auftretenden Schmerzen, die auch von selbst wieder verschwinden können, bis hin zu Phasen völliger Schmerzfreiheit können Monate vergehen. Bei einem Drittel der Erkrankten bleibt es bei einer Episode von Schmerzen. Eine vollständige Heilung der Erkrankung ist jedoch mit allen verfügbaren Mitteln nicht zu erreichen, bei rund 20 % kommt es in den ersten 5 Jahren zu immer wiederkehrenden Attacken.