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Neurologisches Zentrum Bad Zwesten
Informationen zu Krankheiten Tourette-Syndrom Gilles de la Tourette
Im Kindesalter kommt es äußerst selten vor, hier dominieren die Tics. Im Erwachsenenalter findet sich dann dieses merkwürdige Gilles de la Tourette-Syndrom, wobei es sich hier möglicherweise um eine autosomal dominante Vererbung mit völlig variabler Ausdrucksform handelt. Bei den Tics ist folgendes zu unterscheiden: Einfache motorische Tics beim Tourette-Syndrom: Z. B. Zwinkern, Zucken einzelner Muskelgruppen Einfache fokale Tics beim Tourette-Syndrom: Hüsteln, Stöhnen, Pusten Komplexe motorische Tics beim Tourette-Syndrom: Kratzen, Kopfschütteln, Spucken, Imitieren fremder Bewegungen Komplexe fokale Tics beim Tourette-Syndrom: Z. B. Pfeifen, Schnalzen, obszöne Worte, Wiederholung von Lauten oder Worten anderer Der Auslösung eines Tics geht in den meisten Fällen ein undefinierbares Spannungsgefühl voraus. Für eine gewisse Zeit sind die Tics noch willkürlich und unterbrechbar, bis das Spannungsgefühl nicht mehr ertragen wird und die Auslösung des Tics die Spannung löst. Die Sonderform des Gilles de la Tourette-Syndrom s beginnt im mittleren Lebensalter mit wechselnden einfachen, komplexen motorischen und fokalen Tics, zusätzlich finden sich Zwangsstörungen und/oder Aufmerksamkeitsstörungen. Eine spezielle Therapieform gibt es nicht. Man kann Tiapridex versuchen, Haloperidol, Catapresan oder Sibelium, wobei diese Präparate meist deutliche Nebenwirkungen haben. Das Gilles de la Tourette-Syndrom verursacht erhebliche psychosoziale Probleme. Die Erkrankten können ihre Tics nicht mehr unterdrücken und haben vor deren Auslösung Angst. Diese Angst verstärkt sich in Richtung einer erheblichen inneren Anspannung und mündet nicht selten in eine chronische erlebnisreaktive Depression. Die Umgebung reagiert zumeist verständnislos auf die Phänomene. Schnell wird ein Patient mit einem derartigen Leiden als „verrückt“ abgestempelt.
Ihr
Prof. Dr. F. L. Welter
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