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Neurologisches Zentrum Bad Zwesten
Informationen zu Krankheiten Nervenerkrankungen Nervenerkrankungen - Guillain-Barré-Syndrom Beim
Guillain-Barré-Syndrom handelt es sich um eine akute entzündliche
demyelinisierende Polyradikuloneuritis. Dem Guillain-Barré-Syndrom kann eine Infektion, ein Trauma, eine Schwangerschaft oder Operationen vorausgehen . Der Häufigkeitsgipfel für ein Guillain-Barré-Syndrom liegt in der 2. und 3. und in der 5. und 6. Lebensdekade. Im Vordergrund stehen zunehmende Lähmungen, vorübergehend leichte Missempfindungen, dann kommt es zu Paresen (Lähmungen), die über Tage bis wenige Wochen zunehmen können. Typischerweise beginnt das Guillain-Barré-Syndrom an den unteren Extremitäten, steigt langsam nach oben und greift auf die oberen Extremitäten über. Selten gibt es Hirnnervenbeteiligungen. Sensibilitätsstörungen (leichte Missempfindungen) können bei sorgfältiger Anamnese und Untersuchung bei bis zu 80 % der Patienten nachgewiesen werden. Nicht selten finden sich auch ziehende Schmerzen in der Leistenregion und in den Armen und Beinen. Bei der klassischen
aufsteigenden Lähmungsform muss sehr darauf geachtet werden, dass nicht das
Atemzentrum betroffen wird, d. h. die Möglichkeit der intermittierenden Beatmung
muss vorhanden sein. Weitere ausführliche Informationen zur Diagnose und
Therapie finden Sie unter: ◄► Nervenerkrankungen - Multiple Sklerose
Die Multiple Sklerose - Encephalomyelitis
disseminata - ist neben der Epilepsie die häufigste organische Erkrankung des
zentralen Nervensystems im jungen Erwachsenenalter. Weltweit sind heute etwa
1-1,2 Millionen Personen an Multiple Sklerose erkrankt, die Geschlechterverteilung zwischen
Frauen und Männern beträgt 2:1, 70 % aller Patienten erkranken zwischen dem 20.
und 40. Lebensjahr. Nervenerkrankungen - Krankheitsbild der Multiple n Sklerose
Die Multiple Sklerose führt als
autoimmunvermittelte Erkrankung zu entzündlichen, vernarbenden und degenerativen
Prozessen des ZNS. Je nach Schweregrad der Erkrankung und Ausmaß des ZNS-Befalls
kommt es zu einem breiten Spektrum an Krankheitssymptomen, die sich klinisch als
motorische, sensible oder kognitive Defizite zeigen. Zur Verlaufsbeurteilung
werden die zentral-nervös entstehenden Funktionseinschränkungen als
standardisierte Beurteilung des Behinderungsgrades gemäß des Expended Disability
Status Scale (EDSS) erfaßt. Die für die Multiple Sklerose typischen
Verlaufsformen sind der schubförmig remittierende Verlauf (SRMS), der sekundär
chronisch progrediente Verlauf (SPMS) sowie der primär chronisch progrediente
Verlauf (PPMS). Ausführliche Informationen zur Diagnose und Therapie der MS
finden Sie unter: ◄► Nervenerkrankungen der Extremitäten (Neuropathien) und Muskelerkrankungen (Myopathien) Erkrankungen der Muskeln (Myopathien) oder der Nerven in den Extremitäten (Neuropathien) können sehr unterschiedliche Ursachen haben, es gibt z. B. erbliche Nervenerkrankungen oder über das Immunsystem ausgelöste Erkrankungen. In der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten behandeln wir in der allgemeinen Rehabilitation Patientinnen und Patienten mit Muskelerkrankungen (Myopathien) oder Nervenerkrankungen (Neuropathien), die selbständig oder weitgehend selbständig sind, in der Frührehabilitation Patientinnen oder Patienten mit Muskelerkrankungen oder Nervenerkrankungen (Neuropathien), die mehr Hilfe von den Pflegekräften benötigen. Falls Verlaufsuntersuchungen oder ergänzende Untersuchungen erforderlich sind, können diese während der Rehabilitation durchgeführt werden. Zur Verfügung steht die elektrische Untersuchung von Muskeln und Nerven (Elektromyographie und Elektroneurographie). Es können weiterhin evozierte Potentiale und Magnetstimulation durchgeführt werden. Falls erforderlich kann auch eine ergänzende Herzdiagnostik in Form von EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG oder Ultraschall des Herzens durchgeführt werden. Weitere Informationen zur Therapie der Neuropathien finden Sie unter: www.1-nervenerkrankungen.de/neuropathien ◄► Nervenerkrankungen - Trigeminusneuralgie Die Trigeminusneuralgie ist eine relativ häufige Unterform sogenannter „Gesichtsschmerzen“. Es handelt sich um plötzlich einschießende und streng einseitige Schmerzattacken im Versorgungsgebiet des jeweils betroffenen Nerven von Sekunden bis 2 Minuten Dauer. Es können bis zu 100 Attacken pro Tag auftreten. Unklar ist, warum die Trigeminusneuralgie in 75 % der Fälle rechts auftritt. Ausgelöst werden kann die Trigeminusneuralgie z. B. durch Berührung bestimmter Hautareale, durch Kauen, Sprechen, Luftzug, kalte Speisen oder Getränke. Statistisch gesehen kommt die Trigeminusneuralgie bei ca. 40 von 100.000 Menschen vor, Frauen sind 1,5 fach häufiger befallen als Männer. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr. Bei der Trigeminusneuralgie gibt es verschiedene Formen: Idiopathische Trigeminusneuralgie (d. h. in Deutsch: Man weiß nicht, wo es her kommt): Bei der klassischen Trigeminusneuralgie gibt es in letzter Zeit jedoch zunehmende Hinweise auf häufig vorkommende anatomische Verbindungen zwischen Teilen von Nerven und Hirngefäßen. Wenn ein arterielles, d. h. direkt vom Herzen kommendes, Blutgefäß im Herzschlag „klopft“, kann dieses Klopfen zu einer Irritation des daneben liegenden Nervens führen, der dann mit solchen klassischen Schmerzen reagiert. Symptomatische Trigeminusneuralgie: Hier kommt die Trigeminusneuralgie am häufigsten vor bei Multipler Sklerose, außerdem bei Prozessen im Kleinhirnbrückenwinkel, bei Gefäßveränderungen nach einer Herpes-Erkrankung und nach Schädelbasisfrakturen. Ausführliche Informationen zur Diagnostik und Therapie finden Sie hier: www.1-nervenerkrankungen.de/trigeminusneuralgie/
Ihr
Prof. Dr. F. L. Welter
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